Make vs n8n: Welches Automatisierungstool passt zu dir? (2026)
Du willst deine Lead-Gewinnung automatisieren – neue Kontakte aus dem Kontaktformular automatisch ins CRM, eine Willkommens-Mail, eine Erinnerung ans Erstgespräch. Bei der Recherche stolperst du über zwei Namen: Make und n8n. Beide versprechen dasselbe, beide haben treue Fans, und je länger du liest, desto unklarer wird, welches Tool für dich das richtige ist.
Das Problem: Die meisten Vergleiche sind von Entwicklern für Entwickler geschrieben. Du bist aber Coach, Berater oder führst eine kleine Agentur – du willst Kunden gewinnen, nicht Server konfigurieren. Genau aus dieser Perspektive vergleichen wir hier.
Die Kurzantwort vorweg
Wenn du nicht-technisch bist und einfach willst, dass Automatisierungen laufen, ohne dass du dich um Hosting, Updates und Server kümmern musst: Make. Wenn du technisch versiert bist, volle Datenkontrolle willst und bei vielen Automatisierungen Lizenzkosten sparen möchtest: n8n (selbst gehostet).
Hier die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:
| Tool | Am besten für | Preis ab | Test |
|---|---|---|---|
| Make Empfehlung Visuelle Automatisierung ohne Code – ideal für Einsteiger. | Einsteiger & visuelle Denker | 0 € | Testen |
| n8n Cloud Mächtige Automatisierung mit mehr Kontrolle, leicht technischer. | Fortgeschrittene & Power-User | 20 €/Mon. | Testen |
Make vs n8n: Der zentrale Unterschied
Beide Tools verbinden Apps miteinander und automatisieren Abläufe über visuelle „Wenn-dann”-Workflows. Der entscheidende Unterschied liegt nicht in den Funktionen – beide können fast alles – sondern darin, wer sich um den technischen Unterbau kümmert.
Make ist eine fertige Cloud-Lösung. Du meldest dich an, baust deine Automatisierung im Browser, fertig. Make kümmert sich um Server, Sicherheit, Updates und Verfügbarkeit. Du zahlst dafür eine monatliche Gebühr.
n8n gibt es in zwei Varianten: als selbst gehostete Open-Source-Software (kostenlos in der Lizenz, aber du brauchst einen eigenen Server und technisches Wissen) oder als n8n Cloud (gehostet wie Make, dann aber ohne den Preisvorteil). Genau hier entscheidet sich für dich fast alles.
Wo n8n ehrlich gewinnt
Wir wollen dich nicht zu Make überreden – n8n hat echte, harte Vorteile, die du kennen solltest:
- Self-Hosting & Datenkontrolle: Hostest du n8n selbst, bleiben alle Daten auf deinem Server. Für datenschutzsensible Branchen (Gesundheit, Recht, Steuerberatung) ist das ein starkes Argument.
- Kosten bei hohem Volumen: Selbst gehostet zahlst du keine Gebühr pro ausgeführter Operation. Wer Hunderttausende Automatisierungsschritte im Monat fährt, spart mit n8n erheblich.
- Open Source & Flexibilität: Du kannst eigenen Code einbinden, n8n erweitern und bist an keinen Anbieter gebunden.
Wo Make für deine Situation gewinnt
- Kein Server, kein Hosting, keine Wartung. Du musst nichts installieren, nichts updaten, nichts absichern. Das ist für Nicht-Techniker der mit Abstand größte Vorteil.
- Mehr fertige App-Anbindungen. Make hat ein deutlich größeres Verzeichnis fertiger Integrationen, sodass du gängige Tools meist per Klick verbindest statt über Umwege.
- Sanftere Lernkurve & Optik. Der visuelle Editor von Make ist aufgeräumt und für Einsteiger intuitiver. Du siehst deinen Datenfluss als Kette von Kreisen und verstehst auf einen Blick, was passiert.
- Großzügiger Gratis-Einstieg. Du kannst kostenlos starten und erste echte Automatisierungen bauen, bevor du irgendetwas zahlst.
Make ist für die meisten Leser dieses Artikels die bequemere Wahl – nicht weil es „besser” ist, sondern weil du als Nicht-Techniker bei n8n self-hosted versteckte Kosten zahlst, die in keiner Preistabelle stehen: deine Zeit. Einen Server aufsetzen, n8n installieren, Updates einspielen, bei Ausfällen selbst debuggen – das ist eine eigene kleine IT-Aufgabe. Wenn dein Stundensatz als Coach bei 100–200 € liegt, ist „kostenlose Software, die dich 5 Stunden Einrichtung kostet” nicht günstig.
Der ehrliche Preisvergleich
Hier wird oft mit Äpfeln und Birnen verglichen. Die Wahrheit:
- n8n self-hosted: Software kostenlos. Aber: Server-Kosten (Hosting), plus dein Zeitaufwand für Einrichtung und Wartung. Real „günstig” nur, wenn du das technische Wissen ohnehin hast.
- n8n Cloud: Gehostet, einsteigerfreundlicher – aber dann zahlst du eine monatliche Gebühr und der große Preisvorteil von n8n ist weitgehend dahin.
- Make: Monatliche Gebühr nach Anzahl der Automatisierungsschritte. Für den typischen Coach-Bedarf (ein paar Lead-Workflows) liegt das im günstigen Einsteiger-Tarif – oft sogar im Gratis-Kontingent.
Die ehrliche Erkenntnis: Vergleichst du n8n Cloud mit Make, ist der Preisunterschied klein. Der große Kostenvorteil von n8n existiert nur beim Self-Hosting – und den kannst du als Nicht-Techniker realistisch nicht heben, ohne neue Arbeit zu schaffen.
Welches Tool für welchen Typ?
Wähle Make, wenn du:
- nicht-technisch bist und Automatisierungen einfach nutzen, nicht administrieren willst
- als Coach/Berater/kleine Agentur Lead-Prozesse automatisierst
- schnell starten willst, ohne dich in Server-Themen einzuarbeiten
Wähle n8n, wenn du:
- technisch versiert bist oder jemanden im Team hast, der einen Server betreut
- maximale Datenkontrolle brauchst (sensible Branchen, strenge DSGVO-Anforderungen)
- ein sehr hohes Automatisierungsvolumen fährst und Lizenzkosten drücken willst
Für die allermeisten Coaches und Berater empfehlen wir, mit Make zu starten. Du baust deine erste Lead-Automatisierung heute, ohne IT-Kenntnisse, und kannst kostenlos testen, ob das Prinzip für dich funktioniert. Wächst du später in ein Volumen oder eine Datenschutz-Anforderung hinein, bei der sich self-hosted n8n lohnt, kannst du immer noch wechseln – die Konzepte sind übertragbar.
Make 30 Tage gratis testenHäufige Fragen
Ist n8n wirklich kostenlos? Die Software ja, wenn du sie selbst hostest. Aber du brauchst einen eigenen Server und das Wissen, ihn zu betreiben und zu warten. „Kostenlos in der Lizenz” ist nicht dasselbe wie „kostenlos in der Praxis”.
Kann ich später von Make zu n8n wechseln? Ja. Die Logik visueller Automatisierungen ist bei beiden ähnlich. Workflows musst du neu nachbauen, aber das Gelernte überträgt sich. Viele starten bewusst mit Make und prüfen n8n erst, wenn Volumen oder Datenschutz es nötig machen.
Welches Tool hat mehr Integrationen? Make hat im Verzeichnis fertiger App-Anbindungen die Nase vorn, was für Nicht-Techniker den Alltag erleichtert. n8n holt auf und punktet bei individuellen, technischen Anbindungen über eigenen Code.
Fazit
Es gibt kein „besseres” Tool – es gibt das passende für deine Situation. n8n ist stark für technische Nutzer mit Server-Know-how, hohem Volumen oder strengen Datenschutz-Anforderungen. Make ist die bequemere, schnellere Wahl für alle, die Automatisierung nutzen statt verwalten wollen – und das trifft auf die meisten Coaches, Berater und kleinen Agenturen zu.
Wenn du heute starten und morgen deinen ersten automatisierten Lead-Prozess laufen haben willst, ist Make der direktere Weg.